Die Stadt mit Geschichte

13. Juli 2015 at 09:15

Tag 11-14: Nun war ich ein paar Tage in Boston und gerade auf dem Weg im Bus zurück nach New York (ich habe bei meinem ehemaligen Host meine Jacken vergessen und möchte die nun abholen). Boston hatte auf dieser Reise beides für mich: Die Besten, aber auch die schlechtesten Momente. Über die schlechtesten Momente habe ich in meinem letzten Beitrag schon geschrieben, weswegen ich mich hier auf die schönen Seiten von Boston konzentrieren möchte.

Meine Rettung heißt Keiko

Keiko hat mich kurz bevor ich nach Boston gekommen bin zu sich eingeladen. Sie wohnt in einer drei Personen WG mit Hund und ist gebürtig eigentlich aus Los Angeles. Hätte sie mich nicht eingeladen, dann hätte ich wohl viel Geld für ein Hostel ausgeben müssen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Nachdem ich in Boston angekommen bin und mich mit Keiko getroffen hatte, sind wir erstmal schön Amerikanisch zum Burger Essen gegangen. Ich liebe es!

Am nächsten Morgen hat mir Keiko angeboten dass sie mich etwas durch die Stadt führen würde. Es war schön jemanden dabei zu haben der sich auskennt und Keiko konnte mir viele Sachen zu den einzelnen Gebäuden und den geschichtlichen Hintergründen erzählen. Wir sind über Friedhöfe geschlendert, haben Kirchen angeschaut und auch die Versammlungshalle in der über die Unabhänigkeitserklärung disskutiert wurde.

Im Zug auf dem Weg nach Boston
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Im Zug auf dem Weg nach Boston

Boston Downtown und Mr. T ist als Schmetterling dabei
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Boston Downtown und Mr. T ist als Schmetterling dabei

Neumel vor dem Massachusetts State House
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Neumel vor dem Massachusetts State House

Park Street Church
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Park Street Church

Es gibt hier alte Kirchen, in denen die Familien kleine Abteile während des Gottesdienstes beziehen konnten
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Es gibt hier alte Kirchen, in denen die Familien kleine Abteile während des Gottesdienstes beziehen konnten

Das alte Rathaus von Boston. Heute ist es ein Steakhouse
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Das alte Rathaus von Boston. Heute ist es ein Steakhouse

Statuen zu ehren der Irischen Einwanderer
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Statuen zu ehren der Irischen Einwanderer

Hier wurde über die Verfassung der Vereinigten Staaten diskutiert...
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Hier wurde über die Verfassung der Vereinigten Staaten diskutiert…

... und Neumel hat nichts besseres zu tun als sich zwischen den Stühlen zu verstecken.
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… und Neumel hat nichts besseres zu tun als sich zwischen den Stühlen zu verstecken.

Boston Hafen: Ob das Wasser nach Earl Grey schmeckt?
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Boston Hafen: Ob das Wasser nach Earl Grey schmeckt?

Das neue Rathaus von Boston: Alles andere als sehr ansehnlich
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Das neue Rathaus von Boston: Alles andere als sehr ansehnlich

Auf einem Friedhof hat mir Keiko ihr Familiengrab gezeigt. Sie kann nämlich ihren Stammbaum bis zu den ersten Siedlern zurück verfolgen und ist eine Nachfahrin genau dieser.

Das Familiengrab von Keikos Familie
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Das Familiengrab von Keikos Familie

Immer wieder diese Couchsurfer

Bevor ich nach Boston gekommen bin hat mich Melysa angeschrieben, dass sie sich gerne auf ein Mittagessen treffen würde. Sie hatte dann noch ihre Kollegin Hanna und ihren Mitbewohner Phil mitgebracht. Zudem war noch eine andere Couchsurferin da, Anna, die ursprünglich aus Polen kommt aber in Italien arbeitet und gerade beruflich in den USA ist. Wir haben einen schönen Nachmittag verbracht, wobei Phil mich und Anna noch etwas länger durch Boston geführt hat.

Straßenperformance in Boston: Ganz großes Kino
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Straßenperformance in Boston: Ganz großes Kino

Mein aller, aller, aller, aller, aller, aller erster Bubble-Tea: Wurde mir von Phil ausgegeben
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Mein aller, aller, aller, aller, aller, aller erster Bubble-Tea: Wurde mir von Phil ausgegeben

Das Eingangstor zu Chinatown in Boston...
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Das Eingangstor zu Chinatown in Boston…

... wurde von der Republic of China gestiftet...
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… wurde von der Republic of China gestiftet…

... das bei uns eher unter dem Namen Taiwan bekannt ist.
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… das bei uns eher unter dem Namen Taiwan bekannt ist.

Einfach mal die Seele baumeln lassen
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Einfach mal die Seele baumeln lassen

Anna, Phil und ich beim Sonnenuntergang an der Promenade
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Anna, Phil und ich beim Sonnenuntergang an der Promenade

Newbury Street: Da schauts aber ganz anders aus als in Newbury
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Newbury Street: Da schauts aber ganz anders aus als in Newbury

Die Stadt mit dieser berühmten Uni

Am nächsten Morgen dann habe ich mich aufgemacht den Campus von Boston etwas näher zu erkunden. Dieser „Campus“ besteht aus so unglaublich vielen Gebäuden und ist über so viele Quadratkilometer ausgebreitet dass ich wohl nur einen kleinen Bruchteil erkundet habe.

Der berühmte Campus von Harvard
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Der berühmte Campus von Harvard

Eingangstor
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Eingangstor

Eine gigantische Bücherei (hauptsächlich im Untergrund)...
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Eine gigantische Bücherei (hauptsächlich im Untergrund)…

... und plötzlich springt jemand ins Bild
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… und plötzlich springt jemand ins Bild

Ja, auch dieser Hogwarts ähnelnde Turm gehört dazu
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Ja, auch dieser Hogwarts ähnelnde Turm gehört dazu

Ich hab die Chemie Fakultät gefunden
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Ich hab die Chemie Fakultät gefunden

Und jemand wollte unbedingt davor posieren
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Und jemand wollte unbedingt davor posieren

Nochmal Campus mit viel Grün
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Nochmal Campus mit viel Grün

In der Kapelle sind alle Namen der ehemaligen Studenten verewigt die in irgendwelchen Kriegen gestorben sind
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In der Kapelle sind alle Namen der ehemaligen Studenten verewigt die in irgendwelchen Kriegen gestorben sind

Als ich mich selbst dann in den Weiten von Harvard verlohren hatte, bin ich irgendwann Marina begegnet. Sie kommt ursprünglich aus Cleveland und studiert jetzt an Harvard irgendwas mit Wirtschaft (man möge mir bitte die unpräzise Beschreibung verzeihen). Nachdem ich schon recht lang auf dem Harvard Campus rumgelaufen bin hat sie mir angeboten mit mir zum MIT zu gehen und mich dort etwas herum zu führen.

"Ich mach mal ein Touri-Foto! Was ist das eigentlich?" - "Keine Ahnung"
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„Ich mach mal ein Touri-Foto! Was ist das eigentlich?“ – „Keine Ahnung“

So schauen die Laboratorien für Werkstofftechnik im MIT aus
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So schauen die Laboratorien für Werkstofftechnik im MIT aus

Auch hier gibt es eine Gedenktafel
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Auch hier gibt es eine Gedenktafel

Neumel vor dem MIT
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Neumel vor dem MIT

Marina und ich vor dem MIT (Neumel macht das Foto)
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Marina und ich vor dem MIT (Neumel macht das Foto)

Es gibt im MIT sogar ein Shopping Center. Wenn die Studenten mal nicht so genau wissen wie man wäscht...
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Es gibt im MIT sogar ein Shopping Center. Wenn die Studenten mal nicht so genau wissen wie man wäscht…

Du warst gerade im Ghetto

Nachdem ich mit den ganzen Universitäten durch war und mich von Marina verabschiedet hatte, habe ich mich wieder mit Keiko verabredet. Sie hilft ehrenamtlich bei einem Programm mit, das Fair Foods heißt. Genauer gesagt hilft sie dort bei dem Food Resque Programm mit das die Lebensmittel beim Großhändler abholt die dieser wegschmeißen würde. Anschließend werden die Lebensmittel für einen sehr geringen Preis dann zu den Leuten gebracht, die es im Leben vielleicht nicht so gut erwischt haben.

Keiko hat mich also zu ihren Freunden, die im selben Programm (ehrenamtlich) arbeiten, mitgenommen. Die Freunde waren grad beim Arbeiten und der Truck stand gerade vor einem Altersheim als wir dort ankamen. Ich konnte leider nicht sehr viel helfen, da alle schon wussten was zu tun ist. Ich habe höchstens mal einer alten Dame einen Sack Zwiebeln ins Zimmer getragen oder einen Mann im Rollstuhl die Rampe hochgeschoben.

Dazwischen habe ich mich mit den Leuten unterhalten und die Stimmung genossen! Alle waren unglaublich freundlich: Sei es die etwas nervige, alte Dame die selbst beim verbilligten Essen noch etwas feilschen will, der Mann ohne Zähne der sich freut dass die Food Resque Truppe da ist oder der Vater der seinem Sohn noch ein Sandwich machen möchte. Ich habe auch eine unglaublich nette Dame kennengelernt, die John – den Leiter des Programms – schon seit vielen Jahren kennt und er sie als „seine Tante“ vorgestellt hat (was natürlich nicht so war, sondern nur die besondere Beziehung zeigen sollte). Sie hat mir erzählt, dass Gott seinen Weg hat und hat dabei vor Freude und Optimismus nur so gestrahlt.

Fair Foods Truck mit Lizzy und Keiko
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Fair Foods Truck mit Lizzy und Keiko

Nachdem der Truck (fast) leer war, mussten noch die mehreren Tonnen Spargel weggeschmissen werden, die über die Woche in einem anderen Truck schon angefangen haben so vergammeln. Ich wollte unbedingt etwas helfen und John war so nett mir ein paar Ersatzklamotten zu geben. Wir sind dann mit einem riesigen LKW mitten in der Nacht durch die Stadt gefahren um das verrottende Gemüse zu entsorgen.

Auf dem Weg zurück erzählte John und Lizzy (beide übrigens ganz frisch verlobt), dass wir uns jetzt die ganze Zeit im Ghetto von Boston aufgehalten haben. Dahin würde sich wohl nie ein Tourist verirren. Ich war unglaublich erstaunt denn von  einem „Ghetto“ hätte ich andere Dinge erwartet als sehr viele, sehr nette Menschen! Für mich war der ganze Abend und alle Begegnungen an diesem Abend etwas ganz besonderes.

Keiko, Lizzy, John und ich nach getaner Arbeit: Gerade mehrere Tonnen Spargel weggeschmissen
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Keiko, Lizzy, John und ich nach getaner Arbeit: Gerade mehrere Tonnen Spargel weggeschmissen

Abschied von Keiko

Es wird so langsam Tradition dass ich verpasse ein Bild mit meinem Host zu machen. Hier ist es wieder passiert und Keiko und ich haben am Morgen noch schnell Bild zusammen gemacht. Ich hatte eine sagenhafte Zeit bei ihr und ganz besondere Erlebnisse. Hoffentlich werden wir uns irgendwann in der Welt wieder sehen und ich kann mich für diese besonderen Momente revangieren.

Abschied nehmen von Keiko
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Abschied nehmen von Keiko

Jetzt geht es also noch schnell für eine Nacht nach New York zurück, bevor es dann heißt Philadelphia ich komme!