Die Stadt mit Geschichte
Tag 11-14: Nun war ich ein paar Tage in Boston und gerade auf dem Weg im Bus zurück nach New York (ich habe bei meinem ehemaligen Host meine Jacken vergessen und möchte die nun abholen). Boston hatte auf dieser Reise beides für mich: Die Besten, aber auch die schlechtesten Momente. Über die schlechtesten Momente habe ich in meinem letzten Beitrag schon geschrieben, weswegen ich mich hier auf die schönen Seiten von Boston konzentrieren möchte.
Meine Rettung heißt Keiko
Keiko hat mich kurz bevor ich nach Boston gekommen bin zu sich eingeladen. Sie wohnt in einer drei Personen WG mit Hund und ist gebürtig eigentlich aus Los Angeles. Hätte sie mich nicht eingeladen, dann hätte ich wohl viel Geld für ein Hostel ausgeben müssen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.
Nachdem ich in Boston angekommen bin und mich mit Keiko getroffen hatte, sind wir erstmal schön Amerikanisch zum Burger Essen gegangen. Ich liebe es!
Am nächsten Morgen hat mir Keiko angeboten dass sie mich etwas durch die Stadt führen würde. Es war schön jemanden dabei zu haben der sich auskennt und Keiko konnte mir viele Sachen zu den einzelnen Gebäuden und den geschichtlichen Hintergründen erzählen. Wir sind über Friedhöfe geschlendert, haben Kirchen angeschaut und auch die Versammlungshalle in der über die Unabhänigkeitserklärung disskutiert wurde.
Es gibt hier alte Kirchen, in denen die Familien kleine Abteile während des Gottesdienstes beziehen konnten
Auf einem Friedhof hat mir Keiko ihr Familiengrab gezeigt. Sie kann nämlich ihren Stammbaum bis zu den ersten Siedlern zurück verfolgen und ist eine Nachfahrin genau dieser.
Immer wieder diese Couchsurfer
Bevor ich nach Boston gekommen bin hat mich Melysa angeschrieben, dass sie sich gerne auf ein Mittagessen treffen würde. Sie hatte dann noch ihre Kollegin Hanna und ihren Mitbewohner Phil mitgebracht. Zudem war noch eine andere Couchsurferin da, Anna, die ursprünglich aus Polen kommt aber in Italien arbeitet und gerade beruflich in den USA ist. Wir haben einen schönen Nachmittag verbracht, wobei Phil mich und Anna noch etwas länger durch Boston geführt hat.
Die Stadt mit dieser berühmten Uni
Am nächsten Morgen dann habe ich mich aufgemacht den Campus von Boston etwas näher zu erkunden. Dieser „Campus“ besteht aus so unglaublich vielen Gebäuden und ist über so viele Quadratkilometer ausgebreitet dass ich wohl nur einen kleinen Bruchteil erkundet habe.
In der Kapelle sind alle Namen der ehemaligen Studenten verewigt die in irgendwelchen Kriegen gestorben sind
Als ich mich selbst dann in den Weiten von Harvard verlohren hatte, bin ich irgendwann Marina begegnet. Sie kommt ursprünglich aus Cleveland und studiert jetzt an Harvard irgendwas mit Wirtschaft (man möge mir bitte die unpräzise Beschreibung verzeihen). Nachdem ich schon recht lang auf dem Harvard Campus rumgelaufen bin hat sie mir angeboten mit mir zum MIT zu gehen und mich dort etwas herum zu führen.
Es gibt im MIT sogar ein Shopping Center. Wenn die Studenten mal nicht so genau wissen wie man wäscht…
Du warst gerade im Ghetto
Nachdem ich mit den ganzen Universitäten durch war und mich von Marina verabschiedet hatte, habe ich mich wieder mit Keiko verabredet. Sie hilft ehrenamtlich bei einem Programm mit, das Fair Foods heißt. Genauer gesagt hilft sie dort bei dem Food Resque Programm mit das die Lebensmittel beim Großhändler abholt die dieser wegschmeißen würde. Anschließend werden die Lebensmittel für einen sehr geringen Preis dann zu den Leuten gebracht, die es im Leben vielleicht nicht so gut erwischt haben.
Keiko hat mich also zu ihren Freunden, die im selben Programm (ehrenamtlich) arbeiten, mitgenommen. Die Freunde waren grad beim Arbeiten und der Truck stand gerade vor einem Altersheim als wir dort ankamen. Ich konnte leider nicht sehr viel helfen, da alle schon wussten was zu tun ist. Ich habe höchstens mal einer alten Dame einen Sack Zwiebeln ins Zimmer getragen oder einen Mann im Rollstuhl die Rampe hochgeschoben.
Dazwischen habe ich mich mit den Leuten unterhalten und die Stimmung genossen! Alle waren unglaublich freundlich: Sei es die etwas nervige, alte Dame die selbst beim verbilligten Essen noch etwas feilschen will, der Mann ohne Zähne der sich freut dass die Food Resque Truppe da ist oder der Vater der seinem Sohn noch ein Sandwich machen möchte. Ich habe auch eine unglaublich nette Dame kennengelernt, die John – den Leiter des Programms – schon seit vielen Jahren kennt und er sie als „seine Tante“ vorgestellt hat (was natürlich nicht so war, sondern nur die besondere Beziehung zeigen sollte). Sie hat mir erzählt, dass Gott seinen Weg hat und hat dabei vor Freude und Optimismus nur so gestrahlt.
Nachdem der Truck (fast) leer war, mussten noch die mehreren Tonnen Spargel weggeschmissen werden, die über die Woche in einem anderen Truck schon angefangen haben so vergammeln. Ich wollte unbedingt etwas helfen und John war so nett mir ein paar Ersatzklamotten zu geben. Wir sind dann mit einem riesigen LKW mitten in der Nacht durch die Stadt gefahren um das verrottende Gemüse zu entsorgen.
Auf dem Weg zurück erzählte John und Lizzy (beide übrigens ganz frisch verlobt), dass wir uns jetzt die ganze Zeit im Ghetto von Boston aufgehalten haben. Dahin würde sich wohl nie ein Tourist verirren. Ich war unglaublich erstaunt denn von einem „Ghetto“ hätte ich andere Dinge erwartet als sehr viele, sehr nette Menschen! Für mich war der ganze Abend und alle Begegnungen an diesem Abend etwas ganz besonderes.
Abschied von Keiko
Es wird so langsam Tradition dass ich verpasse ein Bild mit meinem Host zu machen. Hier ist es wieder passiert und Keiko und ich haben am Morgen noch schnell Bild zusammen gemacht. Ich hatte eine sagenhafte Zeit bei ihr und ganz besondere Erlebnisse. Hoffentlich werden wir uns irgendwann in der Welt wieder sehen und ich kann mich für diese besonderen Momente revangieren.
Jetzt geht es also noch schnell für eine Nacht nach New York zurück, bevor es dann heißt Philadelphia ich komme!
Cool! Philadelphia! Dort hab ich Verwandtschaft. In der City Tavern in Old Philly kann man übrigens richtig gut essen. Die haben tolles Bier nach Rezepten der Gründungsväter (aber etwas teuer) und besonders die Nachtische sind zum dahinschmelzen. Kann ich dir nur empfehlen! Und zwischendurch kommen die Angestellten, die passend zur damaligen Zeit angezogen sind und erzählen was über die Geschichte des Lokals.
Oh, sehr cool! Ich werde mal mit meinem Host in Philadelphia reden. Vielleicht können wir ja da mal vorbei schauen 😀
Nachtisch klingt guuuuut 😉
Ich mag den frechen Neumel, bringt mich immer wieder zum lächeln 😉
Viel Spaß Manu von deinen „alten“ Nachbarn
Lars, Kathi, Martin
Ja, der Neumel ist einfach nicht zu stoppen 😉
Viele Grüße in die „alte“ Nachbarschaft 🙂
The Food Truck is a really good experience. I am soooo happy to see that you keep meeting nice people on your trip, like Keiko. And I hope you will keep meeting nice and interesting people along your trip.
Best wishes from Dresden. 😉
The last message was from after-meeting-party… And now I have the chance to read it again, carefully.;)
– I am glad that you finally tried bubble-tea. That was my everyday-drink when I was studying in Xiamen, the island near Taiwan. Try more when you get to Taiwan. Be aware, it is also a calorie bomb! 😛
– I LOVE the picture of Eumel posting in front of the chemistry building of Harvard! Are you trying to turn Eumel into a nerd as well???m :O
– The moment like „being rescued by Keiko“ is the really treasure moment of your trip. Afterwards I believe you will become a greater person by willing to help others too (even though you’ve done great with it already). That’s how you change and grow in the trip.